Forschungscamp in Süd-Grönland. Im Vordergrund: dunkles Eis mit Eisalgen. Jenine McCutcheon

Die Eiskappen der Erde reflektieren so viel Sonnenenergie zurück ins Weltall, dass es der Klimaerwärmung (teilweise) entgegenwirkt.

Aber in Süd-Grönland findet sich immer mehr „dunkles Eis“, das das Licht absorbiert, sich aufwärmt und schmilzt. Das passiert vor allem im Sommer, wenn zu den üblichen Verschmutzungen die Blüte dunkler, im Eis lebender Algen hinzukommt.

Wegen des Klimawandels werden die Sommer immer wärmer, dauern länger und die für die Algen bewohnbaren Flächen werden von Jahr zu Jahr größer.

Forschende des GFZ in Potsdam fanden heraus, dass das Wachstum der Algen vor allem von einem Nährstoff abhängt: Phosphor – weil es der seltenste Nährstoff im süd-grönländischen Eis ist.

Der Phosphor wird als Staub von Felsformationen im Norden herangeweht. Diese Region wird Dank des Klimawandels trockener und man vermutet, dass zukünftig immer mehr phosphorhaltiger Staub in den Süden geweht werden wird.

Diese von der globalen Erwärmung angestoßenen Effekte beschleunigen also die Eisschmelze und damit wiederum die globale Erwärmung. Das dunkle Eis ist damit Teil eines Feedback-Effektes, der den Klimawandel weiter beschleunigt.

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Quellen:
Pressemitteilung des Deutschen Geoforschungszentrums, GFZ, Potsdam
Originalartikel erschienen bei nature communications:
McCutcheon, J., Lutz, S., Williamson, C. et al. Mineral phosphorus drives glacier algal blooms on the Greenland Ice Sheet. Nat Commun 12, 570 (2021).

Bild:
Forschungscamp in Süd-Grönland. Im Vordergrund: dunkles Eis mit Eisalgen. Jenine McCutcheon