Rauhhautfledermaus - Oliver Lindecke / IZW

Es ist erstaunlich, wie schwierig es ist, dem Sitz und der Funktionsweise des Magnetsinns auf die Spur zu kommen. Forschung an unterschiedlichen Wirbeltiereklassen deuten in unterschiedliche Richtung. Hat sich der Magnetsinn in Wirbeltieren mehrfach entwickelt? Oder tappen wir immer noch im Dunkel?


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Wo sitzt der Magnetsinn?

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Anhand von Ergebnissen bei Mullen vom Anfang des Jahrhunderts vermutete man, dass sie das Erdmagnetfeld mit der Hornhaut des Auges – der Cornea – wahrnehmen. Dieses Ergebnis wurde aber bisher nicht überprüft.

Eine Gruppe vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung hat nun getestet, ob sich die Ergebnisse auf Fledermäuse übertragen lassen.

Sie fingen eine große Zahl an Fledermäusen auf der Wanderung ein. Die Hälfte der Tiere bekam Augentropfen. Die andere Hälfte bekam ein temporäres, lokales Betäubungsmittel in ein oder beide Augen geträufelt. Die Cornea wurde unempfindlich; sehen konnten die Tiere aber noch.

Als sie wieder freigelassen wurden, flogen die Tiere der Kontrollgruppen vornehmlich in ihre Wanderrichtung davon. Die Gruppe, die in beiden Augen behandelt wurde, machte sich jedoch in zufälliger Richtung auf. Der Magnetsinn von Säugern könnte also tatsächlich in der Cornea sitzen.

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Tschö!


Quelle: Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung
Bild: Rauhhautfledermaus – Oliver Lindecke / IZW

Musik: Sven Laux