Bild: Anna Schroll

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Scharfer Käfer

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Meerrettich produziert scharfe Senfölglykoside, die Fressfeinde abschrecken. Für den Meerrettich-Erdfloh sind die Gifte aber ein gefundenes Fressen. Der Schädling reichert sie an und wird so selbst zu einem scharfen Senfölbömbchen!

Das ist gar nicht so einfach, wie eine Forschungsgruppe des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena feststellte. Unter den Proteinen im Verdauungssystem der Käfer fanden sie rund vierzehn hundert mögliche Kandidaten, die die Senfölglykoside in den Körper transportieren könnten. Auf intelligente Weise grenzten sie die Liste auf wenige Kandidaten ein. Diese schalteten sie dann im lebenden Tier gezielt aus. Die Folge: die so behandelten Käfer waren tatsächlich weniger giftig.

Solche Anpassungen betreffen die Biologie vom Molekül bis hin zu Ökologie und Evolution aller beteiligter Lebewesen.

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Quelle: MPI für Chemische Ökologie
Bild: Anna Schroll

Musik: Sven Laux