Neue Stimme Dank Künstlicher Intelligenz

Schnittstellen zwischen Gehirn und Computer – Brain-Computer-Interfaces – übersetzen Aktivitätsmuster im Gehirn in Steuersignale für Maschinen.


Skript:

Eine neue Stimme durch KI

Neuroprothesen sollen behinderten Menschen das Leben erleichtern. Cochlea-Implantate, zum Beispiel, übersetzen Geräusche, in ein Stimulationsmuster für den Hörnerv. Schwieriger ist es jedoch, Hirnsignale auszulesen, und eine Neuroprothese für komplexe Handlungen zu entwickeln.

Eine Gruppe um Christian Herff von der Universität Maastricht und Tanja Schultz von der Universität Bremen, will Menschen, die nicht sprechen können, eine neue Stimme geben.

Sie arbeiteten mit einer Epilepsie-Patientin, die eine Elektrode im Gehirn implantiert hat. Die Patientin sprach einzelne Worte, während ihre Hirnaktivität aufgenommen wurde. Eine künstliche Intelligenz lernte mit diesen Daten, welche Laute zu welcher neuronalen Aktivität gehörten.

Die KI kann nun neuronale Aktivität in Echtzeit in Laute übersetzen, selbst wenn die Patientin sich die Worte nur vorstellt. Zwar bedarf es noch viel Fantasie, die Worte zu erkennen; trotzdem sprechen die WissenschaftlerInnen von einem Durchbruch, denn bisherige Studien konnten die Übersetzung nur offline – also mit großer Zeitverzögerung – bewerkstelligen.

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Quelle: Uni Bremen
Originalpublikation: Angrick, M., Ottenhoff, M.C., Diener, L. et al. Real-time synthesis of imagined speech processes from minimally invasive recordings of neural activity. Commun Biol 4, 1055 (2021).

Musik: Sven Laux