Wie sich die Gene der einzelnen Tiere auf das Verhalten des ganzen Schwarms auswirken, ist schon spannend. Dass es bei Wirbeltieren unterschiedliche Bereiche im Sehsystem für Bewegungen und für Objekte usw. gibt, weiß man übrigens schon.

Skript:

Vom Gen zum Kollektiv

Ein Schwarm schützt vor Fressfeinden und erleichtert die Partner- und Futtersuche. Schwarmverhalten entsteht, weil alle Mitglieder gleich auf einen Reiz reagieren.

Dr. Armin Bahl von der Uni Konstanz und seine Kooperationspartner*Innen von der Harvard Universität untersuchen die Auswirkung einzelner Gene auf das Kollektivverhalten von Zebrafisch-Larven. Sie vermuteten, dass zwei Teile des visuellen Systems die Anzahl bzw. die Bewegungsrichtungen der anderen Tiere auswertet. Die Larven richten dann automatisch ihre Bewegungsrichtung aneinander aus und halten aktiv Abstand.

Die Forschenden schalteten zwei Gene in den Zebrafischen aus. Die eine Gruppe hielt einen größeren Abstand zu den Artgenossen, als normale Zebrafischlarven, die anderen suchten die Nähe der Artgenossen.

Es gelang dem Forschungsteam, das normale und auch das veränderte Verhalten der Tiere mit einfachen Computermodellen exakt nachzuahmen. Die Hypothese von den zwei visuellen Teilsystem könnte also stimmen!

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Quelle: Uni Konstanz

Originalartikel: Harpaz et al. (2021), Collective behavior emerges from genetically controlled simple behavioral motifs in zebrafish, Science Advances, Vol 7, Issue 41, DOI: 10.1126/sciadv.abi7460

Titelbild: National Institute of Genetics, CC-BY-SA 4.0
sonstige Bilder: Pradeep Krishna Chintapalli, Uni Koblenz-Landau

Musik: Sven Laux